FAQ – Frequently Asked Questions

Hilfe bei vielen Fragen

Was heißt Kieferorthopädie?

Die Kieferorthopädie befasst sich mit der Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Durch die Behandlung dieser Fehlstellungen mit kieferorthopädischen Geräten können Atmung, Körperhaltung und Aussprache positiv beeinflusst werden. Die Gefahr von Karies und Zahnfleischerkrankungen ist bei einer Zahnfehlstellung erhöht und kann durch eine kieferorthopädische Therapie vermindert werden. Infos zu meinem Werdegang als Kieferorthopädin erfahren Sie hier.

Wann sollte ich das erste Mal zu einer Untersuchung kommen?

Eine Beratung beim Kieferorthopäden ist grundsätzlich ratsam, wenn Eltern, Zahnarzt oder Kinderarzt Auffälligkeiten an der Zahn- oder Kieferstellung bemerken. Einige Fehlstellungen sollten schon im Alter ab 6-7 Jahren behandelt werden (Frühbehandlung). In der Regel findet die kieferorthopädische Behandlung jedoch zwischen dem 10. und 13. Lebensjahr statt.

Warum bekommen manche Kinder früher eine Zahnspange als andere?

Der Behandlungsbeginn richtet sich nach den Zahn- und/oder Kieferfehlstellungen, welche sich bei einem Patienten zeigen. Es kommt darauf an ob es sich um eine reine Zahnfehlstellung, um eine Kieferfehlstellung oder um eine Kombination aus beidem handelt. In der Regel müssen Kieferfehlstelllungen viel früher (es muss noch genügend Wachstum vorhanden sein) als reine Zahnfehlstellungen behandelt werden.

Kann ich mir aussuchen ob ich eine feste oder eine lose Zahnspange bekomme?

Die Zahnspange wird durch die Art der erforderlichen Zahnbewegung bestimmt und aus diesem Grund kann man es sich nicht selber aussuchen, ob man eine feste oder eine lose Zahnspange bekommt.

Schadet die Zahnspange meinen Zähnen?

Die festsitzende Zahnspange wird mit speziellen Kunststoffen oder Zementen an den Zahnoberflächen befestigt. Nach der Behandlung erfolgt die Entfernung ohne sichtbare Spuren. Bleibende Schäden an den Zähnen gibt es nur, wenn die Patienten ihre Zähne nicht ausreichend pflegen. Die Zahnpflege ist besonders bei der festsitzenden Zahnspange sehr wichtig, nicht einfach und nur mit viel Ausdauer zu bewältigen.

Wie steht es mit der Zahnpflege ?

Gute Zahnpflege ist während einer kieferorthopädischen Behandlung noch wichtiger als sonst. Beim Tragen von herausnehmbaren Behandlungsgeräte (Spangen), insbesondere aber bei der Therapie mit festsitzenden Apparaturen, können leichter Beläge (Plaque) auf den Zähnen haften bleiben, welche bei unzureichender Mundhygiene Schmelzschäden, Karies und Zahnfleischentzündungen zur Folge haben können. Auch wird die Zahnpflege durch die aufgeklebten Brackets und Bänder sowie die eingefügten Drahtbögen teilweise erheblich erschwert.

Optimale Zahnpflege mit Zahnbürste, Zahnseide sowie in manchen Fällen auch unter Verwendung einer Munddusche ist daher während der Regulierung unerläßlich.

Auch die zusätzliche Fluoridierung der Zähne durch Einbürsten von Gel (in der Regel 1 x wöchentlich) oder das tägliche Spülen mit einer Fluoridlösung (nach dem Zähneputzen!) sind nützliche unterstützende Maßnahmen.

Für eine gründliche Zahnreinigung benötigt man etwa 3 Minuten. Alle Flächen der Zähne sollen morgens, nach den Mahlzeiten sowie am Abend gründlich gereinigt werden.

Bei unzureichender Putztechnik haben unsere Patienten die Möglichkeit, die richtige Zahnpflege unter Anleitung geschulten Personals zu lernen und zu üben. Entsprechende Termine machen die Mitarbeiterinnen in der Anmeldung der Abteilung gern mit Ihnen aus.

Muss ich meine Ernährung anpassen?

Neben einer unzureichenden Mundhygiene spielt bei der Kariesentstehung auch die Ernährung eine besondere Rolle. Insbesondere kohlehydrathaltige, klebrige Nahrungsmittel sowie Süßigkeiten fördern die Bildung von Belägen und die Säureproduktion in dieser Plaque, was zur Entkalkung des Zahnschmelzes und zur Zerstörung der Zähne führt.

Harte Nahrung kann bei einer Behandlung mit festsitzenden Apparaturen zusätzliche Probleme bereiten, wenn durch sie Drähte verbogen oder Bänder und Brackets gelockert werden.

Wie oft muss ich zur Kontrolle kommen?

Die Häufigkeit der Praxisbesuche hängt von der Art der Zahnspange, sowie der Behandlungsphase ab. Bei herausnehmbaren Geräten betragen die Abstände zwischen den Kontrollen etwa 6 – 8 Wochen, bei festsitzenden Zahnspangen etwa 4 – 6 Wochen. Bei auftretenden Schmerzen, Verlust oder Beschädigung der Apparatur bzw. bei Lockerung von Bändern und Brackets soll die Sprechstunde – unabhängig vom vereinbaren Termin – umgehend aufgesucht werden. Für Notfälle bekommen Sie immer kurzfristig einen Termin. Für eine telefonische Terminabsprache steht Ihnen die Anmeldung der Abteilung während der Ordinationszeiten zur Verfügung.

Wie lange dauert die Behandlung?

Dies ist abhängig vom Umfang der kieferorthopädisch notwendigen Maßnahmen. Bei kleineren Fehlstellungen reichen manchmal schon einige Monate. Meistens jedoch, insbesondere bei ausgeprägten Zahn- und Kieferfehlstellungen, dauert sie mehrere Jahre (in der Regel 1 bis 3), bis das Kieferwachstum und der Zahnwechsel abgeschlossen sind.

Tun Zahnspangen weh?

Oft drücken herausnehmbare und feste Zahnspangen, besonders nachdem sie verstellt worden sind. Dieser Druck ist individuell unterschiedlich, einige Patienten empfinden ihn als schmerzhaft, andere Patienten bemerken ihn gar nicht. Der Druck und das Lockern der bewegten Zähne ist bei einer erfolgreichen Behandlung ganz normal.

Müssen meine Zähne gezogen werden?

Nach einer genauen Vermessung der von den Zähnen genommenen Gipsmodelle und Auswertung der Röntgenbilder kann man feststellen, ob die Zähne zu groß für den Kiefer sind. Wenn alle Platzbeschaffungsmöglichkeiten nicht ausreichen, müssen eventuell Zähne gezogen werden.

Kann es bei einer Zahnspange zu Problemen mit Allergien kommen?

Es gibt bei Allergien die Möglichkeit auf andere Materialien auszuweichen, wie zum Beispiel Titan- oder Keramikbrackets falls Sie auf Nickel allergisch reagieren. Wissenschaftlich wurden jedoch noch keine allergischen Reaktionen auf Zahnspangen festgestellt.

Wie entfernt man hartnäckige Beläge an der Zahnspange?

Die Ablagerungen können entfernt werden, indem Sie die Zahnspange für einige Zeit in verdünntes Essigwasser legen und sie danach mit einer Bürste säubern. Vielfach ist es Zahnstein der sich ablagert. Um das zu verhindern ist es wichtig, dass Sie die Zahnspange abends und morgens reinigen. Wir können die Zahnspange in der Praxis auch in einem Ultraschallgerät reinigen. Auf gar keinen Fall soll die Zahnspange in kochendes Wasser gelegt werden, da sie sich dabei verformen kann und dann nicht mehr passt.

Wie lange dauert es bis man mit einer Zahnspange gut sprechen kann?

Sie müssen schon ein wenig üben. Die Zunge braucht eine gewisse Zeit, um sich an die beengten Verhältnisse zu gewöhnen. Durch Sprechübungen kann aber in den meisten Fällen innerhalb von 2 Wochen eine gute Aussprache erreicht werden. Lautes Lesen ist zum Beispiel eine hervorragende Übung zur Verbesserung. Am Anfang sollte man etwas langsamer sprechen, damit sich die Zunge an ihre neue Lage gewöhnen kann.

Bleiben meine Zähne nach der Behandlung gerade?

Nach der kieferorthopädischen Behandlung ist es möglich, dass sich die Zähne wieder verschieben. Aus diesem Grund werden nach der aktiven Behandlung Geräte angefertigt, welche dieses verhindern sollen. Ein sogenanntes Retentionsgerät kann eine herausnehmbare Zahnspange sein, die nachts getragen werden soll. Oder aber es wird hinter die Frontzähne (im Ober- und Unterkiefer) ein sogenannter Lingual-Retainer geklebt, da sich diese besonders oft wieder verschieben.

Kann ich mich auch als Erwachsener kieferorthopädisch behandeln lassen?

Ja, auch als Erwachsener ist eine kieferorthopädische Behandlung möglich. Es gibt keine Altersgrenze – allerdings sollte der Zahnhalteapparat gesund und entzündungsfrei sein. Lesen Sie dazu genaueres unter Erwachsenenbehandlung.

Unterscheidet sich eine kieferorthopädische Behandlung beim Erwachsenen von der beim Kind?

Es wird in der Kieferorthopädie zwischen Zahn- und Kieferfehlstellungen unterschieden. Zahnfehlstellungen kann man bei Erwachsenen und Kindern behandeln. Kieferfehlstellungen können jedoch nur während des Wachstums, also bei Kindern orthopädisch behandelt werden. Bei Erwachsenen ist eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung zur Korrektur von Kieferfehlstellungen möglich. Vor der Operation müssen die Zähne der beiden Kiefer kieferorthopädisch gerade gestellt werden.

Meine Zähne sind schon seit Jahrzehnten schief, warum soll ich sie behandeln lassen?

Bei extrem schief stehenden Zähnen ist die Pflege der Zähne erschwert und es können sich leichter Zahnfleischentzündungen und Karies bilden. Durch eine kieferorthopädische Behandlung tritt eine Verbesserung der Kaufunktion ein. Außerdem können Nachbarzähne, die in eine länger bestehende Zahnlücke gekippt sind, wieder aufgerichtet werden, bevor man die Lücke prothetisch versorgt.

Wie wird die kieferorthopädische Behandlung bezahlt?

Die Kosten für herausnehmbare Zahnspangen werden meist zur Hälfte von der Krankenkasse nach einer Bewillingung getragen. Die andere Hälfte muss der Patient privat laut gültigen Tarifen der Krankenkassen selbst bezahlen. Bei festsitzenden Zahnspangen oder Invisalign Behandlungen muss die gesamte Zahnspange privat bezahlt werden. Der Patient kann dann mit der Rechnung von der Krankenkasse den gültigen Kassenanteil zurück fordern.

Wie gehe ich mit Behandlungsgeräten um?

Herausnehmbare kieferorthopädische Apparaturen ( Spangen ) müssen entsprechend den gegebenen Anweisungen – also auch am Tage, in den Ferien usw. – getragen werden. Das Aussetzen im Tragen der Spangen kann bereits nach 1 bis 2 Tagen einen Rückfall zur Folge haben, der die Arbeit mehrerer Wochen zunichte macht und die Behandlung dadurch unnötig verzögert.

Beim Essen und bei sportlicher Betätigung sollen die Spangen in der Regel nicht getragen werden. Während dieser Zeit sind sie in einer Spangendose stoßgeschützt aufzubewahren. Diese Dose ist zweckmäßigerweise mit Namen und Anschrift zu versehen.

Zur Säuberung der Spangen können Zahnbürste und Reinigungsmittel oder Reinigungstabletten verwendet werden.

Beim Einfügen einer neuen Behandlungsapparatur werden wir Sie über deren Handhabung, die Besonderheiten und mögliche Risiken noch einmal gesondert informieren bzw. Ihnen ein Merkblatt mitgeben.

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